Der Carabao möchte doch nur Carambole spielen

Leute, setzen wir uns mal ganz entspannt hin, kauen ein bisschen auf der Realität statt auf einem Grashalm herum und schauen auf das geopolitische Carambole von heute. Dass da ein Chaos herrscht, dürfte mittlerweile jedem aufgefallen sein. 

Wenn man Herfried Münkler – das ist quasi der Endgegner der deutschen Politologie, ein Mann, der Sätze baut wie andere Leute Kathedralen – mal wirklich zuhört, dann merkst du: Was sich Jürgli und Hansli erhoffen, hat mit dem was passiert nicht viel gemeinsam. Die Welt ist schlicht kein Streichelzoo mehr. Und die Regeln des Carambole, die die letzten Jahrnzehnte galten, wurden durch ein paar Hinrverbrannte ausser Kraft gesetzt. Wir sind weg vom Kuschel-Unilateralismus (Pax Americana) und mittendrin in der „Grossmächte-Carambole“. Ein Chaos von Interessen, Bullshit, Verschwörungstheorien, Fake News, Kriegen. Nein, das ist nicht  Züri West mit 7:7, das ist der gordische Knoten. Wäre da nicht die Spieltheorie und Professor Münkler. 

Die Pentarchie der Endorphine 

Herfried ​Münkler sagt, wir bräuchten die „Fünf-Säulen-Stabilität“, um eine gangbare Weltordnung zu haben. Warum fünf? Gerade geht aus naheliegenden Gründen nicht. Kein Schachspieler ist entzückt ab einem Patt. Drei ist eine instabile Dreiecksbeziehung mit Aggressionspotenzial und zwei – um es trotzdem noch anzusprechen – ist ein  Starren-bis-einer-blinzelt-Duell. Erleben wir ja gerade mit Trampelchen und Xi. Oder USA und Iran. Mehr als 5 sind ein geopolitisches Chaos. 

Fünf ist gemäss Spieltheorie und Münkler die magische Zahl. Das Endorphingg-Maximum quasi. 

​Das Ziel ist das „Gleichgewicht der Unbequemen“. Keiner kann den Dicken markieren, ohne dass die anderen vier sich kurz zunicken und sagen: „Nee, Freundchen, so nicht.“ Das ist kein Weltfrieden, das ist „hochfrequente Vernunft-Erzwingung durch drohende Gruppenkeile“ – eine Art „Zuständigkeits-Geröllhalde“, an der sich jeder mal den Kopf stossen darf.

Sollte man nicht die Regeln beim Carambole oder Carom neu schreiben?  5 Plätze! Dann gibt es kein sieben zu sieben wie bei Züri West. 

​Der „Vishwa-Voodoo“

Bisher haben wir drei. USA, China, Russland. ​Und da kommt Indien um die Ecke. Während wir hier in Europa noch über die korrekte Krümmung der Gurke diskutieren, betreibt Indien „strategische Elastizität auf Steroiden“.

​Die sind nicht mehr nur die „Werkbank mit IT-Anschluss“. Die machen jetzt „Ozean-Besitzer-Gehabe“. Früher war der Indische Ozean für Delhi nur so eine Art feuchter Vorgarten, heute bauen sie da „maritime Dominanz-Architektur“.

​Die machen keinen Spagat, die sind der Spagat. Die kaufen russisches Öl, amerikanische Jets und lächeln China so künstlich an, dass man das Knirschen der Zähne bis in die Schweiz hört. Das ist „Vishwa-Mitra-Egoismus“ – der nette Freund von Welt, der dir die Hand schüttelt, während er mit dem Fuss schon mal dein Schienbein blau kickt. Ein echtes „Überraschungs-Kompetenz-Konzentrat“.

​Das EU-Dilemma 

​Wer wird die Nummer fünf? Wir brauchen eine fünf! Die EU? Puh. Da wird’s schwierig. Die EU ist momentan eher eine „bürokratische Selbstbeschäftigungs-GmbH“ mit angeschlossener „Bedenkenträger-Manufaktur“.

​Die EU-Chance: Wenn sie aufhören, eine reine Werte-Selbsthilfegruppe zu sein und anfangen, „machtpolitische Kernkompetenz“ zu entwickeln. Aber aktuell ist das eher „geopolitisches Schlafwandeln in Designeranzügen“. Trotzdem bin ich EU-Turbo, wie ich im letzten Artikel schrieb

​Wenn die EU es nicht packt, dann bleibt da ein Loch. Und die Natur hasst Löcher. Dann haben wir eine „Vierer-Hektik“, die ständig droht, in ein bipolares „Friss-oder-Stirb-Szenario“ zurückzukippen. 

Aber ich bin eigentlich zuversichtlich, dass ein weisser Carabao die Göttin Europa durch die Fluten des Meeres trägt und sie auf dem fünften Stuhl Platz nimmt.

​Und die Schweiz? 

Juhui, schreit Christoph 🧀 locher, ich habe es ja immer gesagt, Neutralität macht uns zur Weltmacht. Klar, die 4 grossen laden den Stöpsel in der Sennenkappe ein, am Tisch Platz zu nehmen und Carambole zu spielen. Kuno Lauener lacht sich krumm. 

Leider ist der Schweizer Käse in der Weltpolitik, in einer Welt von fünf Giganten… nun ja, wie soll ich sagen? „Geopolitisches Grundrauschen ohne Bodenhaftung“.

​Die Irrelevanz-Watschn: Wenn Indien, China, die USA ud allenfalls Europa am Tisch sitzen und die Steine des Carambole neu verteilen, dann ist die Schweiz nicht mal der Kellner. Sie ist der Typ, der draussen vor der Tür steht und sagt: „Ich hab aber ein Zertifikat für gute Umgangsformen!“

​Der Pranger-Blues: Man steht am Pranger, weil man versucht, „Moral-Akrobatik“ zu betreiben, während die Welt nach harten Fakten verlangt. Wer keine Waffen liefert, keine Sanktionen durchzieht und keine echte Machtbasis hat, ist in einer Pentarchie kein Partner, sondern eine „Verfügbarkeits-Variable“. Man wird nicht gefragt, man wird verplant. Das ist „Souveränitäts-Erosion im Zeitraffer“ – eine bittere „Erkenntnis-Kaskade“ für jeden Diplomaten.

​Fazit vom Carabao:

Die Welt wird zum „Fünf-Blöcke-Tetris“ und die Schweiz versucht immer noch, die Steine mit Schokolade zu schmieren, damit sie besser rutschen. Aber die Steine sind aus Granit, sie fallen verdammt schnell, und am Ende bleibt nur ein grosses „Relevanz-Vakuum“. Die Schweiz sollte sich entscheiden, wohin sie gehört.

Und zwar schnell.

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *